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- 6. Dezember 2002

Hartz für Plön nicht neu

Michael Bürsch besuchte Arbeitsamt - Anregungen für Berlin aufgenommen

Karl Hesse

Viele Teile des Hartz-Konzeptes gehören beim Plöner Arbeitsamt schon seit längerer Zeit zum praktizierten Alltag. So etwa ist "Leiharbeit" im Rahmen der PSA (Personal Service Agentur) in Plön nichts ganz Neues. Die Zusammenarbeit mit der Groneschule oder mit Micropartner zählt dazu, wie der Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Bürsch (SPD) für den Wahlkreis Plön / Neumünster gestern bei seinem Arbeitsamtsbesuch erfuhr.

Etwa zweimal im Jahr besucht Dr. Bürsch die Außenstelle Plön des Kieler Arbeitsamtes. So können immer wieder praktische Erfahrungen von Gerhard Kerssen, Leiter des Plöner Arbeitsamtes, in die Berliner Parlamentsarbeit einfließen, wie Dr. Michael Bürsch erklärte. Für die Zukunft stehen in Plön die Umsetzung der "Ich-AG" an, mit der Arbeitslose im unteren Einkommenssegment beispielsweise haushaltsbezogene Dienstleistungen (vom Autowaschen über Einkaufen und Rasenmähen) als Selbstständige erbringen können. Dieser Start wird im ersten Jahr mit 600 Euro, im zweiten Jahr mit 360 Euro und im dritten Jahr mit 240 Euro pro Monat Starthilfe unterstützt, sofern der Betriebsgewinn nicht über 25.000 Euro im Jahr liegt.

Die PSA wird beim Plöner Arbeitsamt nach außen vergeben ("outgesourct"). Zusammen mit dem "Mutter-Arbeitsamt Kiel" wird Anfang des Jahres 2003 ausgeschrieben. Allerdings sind viele Finanzierungseckpunkte noch unklar, wie also die "verleihfreie Zeit" behandelt wird. Unklar auch noch, wie die Arbeitnehmer bezahlt werden. Gerhard Kerssen geht aber davon aus, dass spätestens im zweiten Quartal die PSA startet. Generell lasse sich mit dem Hartz-Konzept (ist konstruktiv, ist umsetzbar) sicher einiges bewegen, doch ohne Konjunkturaufschwung wird es dem Arbeitsmarkt kaum Erleichterung bringen.

Von einigen Zahlen war der Bundestagabgeordnete beeindruckt. Jährlich kommen über 7 Millionen Menschen auf Jobsuche zum Arbeitsamt, werden über 7 Millionen vermittelt, doch ein "Bestand" von 4 Millionen bleibt.
In Plön seien im Oktobervergleich mit dem Vorjahr die Jobzahlen schlechter. Die Zahl der offenen Stellen ging um 15 Prozent (-284) zurück, die Zahl der Vermittlungen um 26 Prozent. Letztlich würden die Hartz-Vorschläge nur dann greifen, wenn ein strukturelles Wachstum einsetze, darin waren sich alle einig.